Folge 27 Was bedeutet wissenschaftliches Arbeiten?

In dieser Folge spreche ich mit Andrea Klein über ihr Herzensprojekt: Wissenschaftliches Arbeiten. Andrea ist Dozentin, Coach und Autorin zu diesem Thema und berät Hochschulen unter anderem dabei, wie sie Lehre zu wissenschaftlichem Arbeiten in ihren Curricula verankern können.

Bislang ist in der deutschen Hochschullandschaft jedoch keineswegs festgeschrieben, welche Skills wissenschaftliches Arbeiten eigentlich ausmachen. Somit fehlt Hochschulen, Lehrenden und Studierenden oft eine Orientierung, welche Fähigkeiten sich Studierende und junge Forschende im Laufe der Zeit aneignen sollten, um verlässlich wissenschaftlich arbeiten zu können.

Um dies zu ändern, haben Andrea und ihre Kolleg:innen nun einen "Referenzrahmen wissenschaftliches Arbeiten" (WISAR) entwickelt, der allen Stakeholdern Transparenz, Selbstüberprüfungsmöglichkeiten und gezieltes Lernen ermöglichen soll.

Ich spreche mit Andrea über ihren Referenzrahmen, was er beinhaltet, wie er genutzt werden kann und vor allem: warum er so dringend benötigt wird.

Schaut unbedingt auf der Website des Projekts vorbei. Dort könnt ihr einen ersten Einblick in den Referenzrahmen erhalt und auch das Team um den Referenzrahmen kontaktieren!

Andrea und ihre Kolleg:innen freuen sich, wenn ihr mit ihnen über den Referenzrahmen in Ausausch tretet!

Andrea Klein findet ihr außerdem auf Linkedin und über ihre eigene Website.

Andreas neue Publikationen zum Thema:

Klein, A. (2022): Mit Freude lehren. Was eine coachende Haltung an der Hochschule bewirkt. Leverkusen: Barbara Budrich.

Klein, A./ Gröpler, J./  Enzmann, B./  Hermannsdörfer, B. (2022): WISAR: Referenzrahmen für wissenschaftliches Arbeiten. In: Miller, K./ Valeva, M./ Prieß-Buchheit, J. (Hrsg.): Verlässliche Wissenschaft. Bedingungen, Analysen, Reflexionen. Darmstadt: wbg academic. 

Folge 26 Praxis erforschen mit der ethnomethodologisch geprägten Ethnographie

Thomas Scheffer von der Goethe Universität Frankfurt lässt uns in dieser Folge an seiner Forschungsgeschichte über Ethnographie teilhaben. Er zeigt, wie man mit der ethnomethodologische geprägten Ethnographie verstehen lernen kann, wie im deutschen Parlament politische Positionen entstehen.

Ethnomethodologische Ansätze eignen sich insbesondere, wenn man verstehen möchte, welche Methoden Menschen nutzen, um im Alltag zu interagieren. In Thomas' Projekt heißt das, was Abgeordnete im Alltag tun und wie sie zusammenarbeiten, um ein Programmpapier und letztlich politische Positionen zur ländlichen Entwicklung zu erzeugen.

Thomas erklärt sehr verständlich, wie die Beobachtung im Feld funktioniert, welche Schwierigkeiten auftreten können und wie man sie pragmatisch löst. Er gibt praktische Tipps, wie man die Datenflut einer Ethnographie schon bei der Erhebung beherrschen lernt. Thomas erläutert euch außerdem, wie er seine ethnographischen Daten mit der transsequenziellen Analyse auswertet, um auf die Phasen des Entstehungsprozesses fokussieren zu können.

Diese Folge ist für alle, die Ethnomethodologie, Ethnographie und deren praktische Umsetzung besser verstehen lernen wollen!

Thomas Scheffer könnt ihr über die Webseiten der Universität Frankfurt und dem Lab for Studies of Science and Technology kontaktieren. Er twittert außerdem unter dem Namen @thomasscheffer3 !

Folge 25 Dreamteam: Objektive Hermeneutik & Sequenzanalyse 

Lena Dreier, assoziierte Mitarbeiterin der Kollegforschungsgruppe "Multiple Secularities an der Uni Leipzig, klärt uns in dieser Folge über die objektive Hermeneutik auf. Sie zieht die objektive Hermeneutik als Paradigma heran, um zu erforschen, wie Studierende der islamischen Theologie ihr Studium selbst begreifen und erleben.

Die Stärke der objektiv-hermeneutischen Perspektive ist es dabei, persistente Bedeutungsstrukturen zu rekonstruieren, die das Handeln und Erleben der Studierenden mitbestimmen. Mit Hilfe dieses Paradigmas kann Lena überzeugend erklären, dass auch Forscher:innen Phänomene erforschen können, die nicht unmittelbar ihrem eigenen Erfahrungshintergrund entsprechen - wenn die Forscherin z.B. keine muslimische Studentin der islamischen Theologie ist.

Da die objektive Hermeneutik jedoch keine Methode an sich darstellt, hat Lena zur Interpretation ihrer Daten die Sequenzanalyse genutzt. Schon mal gehört? Klar, haben wir auch in zwei Podcastfolgen (9 & 24 ) schon einmal kurz angeschnitten - in dieser Folge lüftet Lena endlich das Geheimnis und erklärt, wie die Sequenzanalyse funktioniert!

Hört rein, wenn ihr wissen wollt, warum die Sequenzanalyse und die objektive Hermeneutik ein echtes Dreamteam sind!

Lena Dreier könnt ihr über die Website ihres Forschungskollegs erreichen. Sie ist auch bei twitter aktiv und schreibt über ihre Forschung unter @AnEinemFreitag.

Lena hat bisher Folgendes zu ihrem Thema veröffentlicht:

Dreier, L. (2020): Religiosität und Sinnzuschreibungen über die Zeit. Methodische und methodologische Implikationen des biographischen Paneldesigns. In: Thiersch, S. (Hrsg.): Qualitative Längsschnittforschung. Bestimmungen, Forschungspraxis und Reflexionen. Leverkusen: Barbara Budrich.

Dreier, L ./Böcker, J. / Jakob, M. (2018): Kontingenzsensibilität. Empirische Kultursoziologie als Forschungshaltung. In: Böcker, J./Dreier, L./Frank, A./Jakob, M./Leistner, A. (Hrsg.): Zum Verhältnis von Empirie und kultursoziologischer Theoriebildung. Stand und Perspektiven. Weinheim: Juventa.

Folge 24 Neues entdecken mit der Grounded Theory

Julia Böcker von der Universität Lüneburg erzählt uns, wie sie in ihrem Grounded Theory-Projekt eine Theorie zu Verlusterfahrung bei Fehlgeburt und Stillgeburt erarbeitet hat.

Die Grounded Theory als "Forschungsstil" setzt sich zum Ziel, ganz tief in das Datenmaterial einzusteigen und daraus generalisierbare Theorien zu entwickeln. Das gelingt der Grounded Theory, indem sie sowohl beim Sampling als auch bei der Analyse den zirkulären Prozess sehr ernst nimmt: Auf Basis des aktuellen Wissensstands wird immer wieder kritisch geprüft, welche Fälle einerseits zum Vergleich, andererseits zur Kontrastierung der bisherigen Analyseergebnisse herangezogen werden müssen. Gleichzeitig prüft Julia während der Dateninterpretation immer wieder, ob ihre bis dato aufgestellten Hypothesen innerhalb des einzelnen Dokuments und auch über andere Datensorten hinweg robust sind.

Julias Geschichte zeigt, dass die - ehrlich gesagt, manchmal abschreckende - Offenheit der Grounded Theory sehr nützlich ist, um insbesondere neu aufkommende oder unbeforschte Phänomene zu struktieren und grundlegend besser zu verstehen.

Wenn ihr Fragen oder Diskussionsbedarf zur Grounded Theory habt, freut sich Julia Böcker, mit euch in den Austausch zu gehen. Ihr findet sie über ihr Profil bei der Universität Lüneburg, oder der University of Cambridge. Bei researchgate könnt ihr euch einen Überblick über ihre Forschung verschaffen. Julia ist auch auf twitter unterwegs: @flamboyanti


Zu ihrem Thema hat Julia Böcker bisher die folgenden Arbeiten veröffentlicht:

Böcker, J. (2022): Fehlgeburt und Stillgeburt. Eine Kultursoziologie der Verlusterfahrung. Weinheim: Beltz Juventa


Böcker, J./ Dreier, L./ Eulitz, M./ Frank, A./ Jakob, M./ Leistner, A. (Hrsg.) (2018): Zum Verhältnis von Empirie und kultursoziologischer Theoriebildung. Weinheim: Beltz Juventa
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Folge 23 Quantitative Metastudien, oder: Der Hypothesentest

Mit Eva Markowsky (Uni Hamburg), die ihr schon aus der Folge 16 zu Ökonomie und Kultur kennt, bespreche ich das Thema quantitative Metastudien.

Eva erklärt am Beispiel ihrer Forschung zum Thema Geschlechterunterschiede in der Wettbewerbsneigung, wie man mittels quantitativer Metastudie herausfinden kann, zu welchem Grad Ergebnisse einzelner quantitativer Studien verallgemeinerbar sind: Dass Männer generell lieber den Wettbewerb suchten, Frauen sich davor eher scheuten.

Eva zeigt mittels eines quantitativen Vergleichs aller bisherigen ökonomisch-experimentellen Studien aus der ganzen Welt, dass diese Hypothese nur eingeschränkt gültig ist. Sie ermittelt, dass Männer und Frauen kaum unterschiedliche Wettbewerbsneigung aufweisen. Wird dieser Unterschied zwischen Männern und Frauen dennoch in einer Studie gefunden, so kann er eher auf Kontextvariablen der einzelnen Studien zurückgeführt werden als auf die Variablen Frau/ Mann. Die quantitative Metastudie kann also Studienergebnisse über verschiedene Kontexte hinweg vergleichen und - über den unmittelbaren Kontext der Primärstudien hinaus - neue Erkenntnisse über vermutete Zusammenhänge liefern.

Damit folgt Eva Markowskys quantitative Metastudie dem Prinzip des kritischen Rationalismus': Sie testet eine bestehende Hypothese auf ihre Gültigkeit. Ihre Prüfung zeigt: Die Hypothese muss in verschiedenen Kontexten eingeschränkt werden.

In dieser Folge erfahrt ihr, wie man nun mit einer getesteten Hypothese umgeht!

Wenn ihr euch noch einmal genau anschauen wollt, was der kritische Rationalismus ist, schaut gerne in mein Lernvideo zum Thema Wissenschaftstheorie rein.

Eva Markowsky erreicht ihr auf der Website der Uni Hamburg und ebenso auf twitter.

Eva ist auch in der Wissenschaftskommunikation aktiv: In ihrem Podcast Herzkopfen bereitet sie zusammen mit Luise Goerges für euch aktuelle sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse so auf, dass ihr sie einfach verstehen könnt. Gute Ergänzung zu diesem Podcast über Methoden, oder? Folgt Ihnen auf twitter @herzkopft und Instagram!

Eva hat euch auch noch eine Literaturempfehlung dagelassen. Ihre eigene Forschung zum Thema ist noch nicht publiziert.

Falk, A./ Hermle, J. (2018): Relationship of gender differences in preferences to economic development and gender equality. In: Science 362 (6412).

Folge 22 Identitäten mit dem Aktiven Szenischen Interview erforschen

Monika Susanne Börner (Uni Witten-Herdecke) führt die systemische Aufstellungsarbeit in die qualitative Sozialforschung ein und nennt ihr Verfahren Aktives Szenisches Interview. In dieser Folge sprechen wir darüber, welch großes Potential therapeutische Methoden für die Datenerhebung in der Sozialforschung haben.

Monika erforscht in ihrem Projekt, welchen Einfluss verschiedene Identitäten passiver Gesellschafter:innen bei der Entscheidungsfindung für ihr Unternehmen haben. Passive Gesellschafter:innen meint Anteilseigner:innen an Familienunternehmen, die nicht am operativen Geschäft beteiligt sind. Sie haben deshalb nicht denselben guten Einblick in das Unternehmen wie aktive Gesellschafter:innen und stehen vor besonderen Herausforderungen bei der Entscheidungsfindung. Monika ist an diesem Thema auf Grund ihrer eigenen Biographie als Gesellschafterin interessiert - wir sprechen also auch darüber, welche Pros und Cons es bei der Erforschung der eigenen Peer Group gibt.

Monika gelingt es, mit der Systemischen Aufstellungsarbeit, die aus der Familientherapie stammt, eine neue Dimension der Identität zu greifen: Ihr Aktives Szenisches Interview fokussiert auf Emotionen der Gesellschafter:innen in Bezug auf ihre Identitäten im System Familie und Unternehmen - und erfasst somit einen wichtigen, in z.B. narrativen Interviews kaum greifbaren Einfluss auf die Entscheidungsfindung.

Monika Susanne Börner freut sich, wenn ihr sie bei Interesse an Austausch über ihre Website kontaktiert! Außerdem findet ihr Monikas Profil auf XING. Da sie ihre Dissertation erst kürzlich abgeschlossen hat, sind ihre Arbeiten noch nicht veröffentlicht. Wir informieren euch, sobald ihr etwas von ihr zu Lesen bekommen könnt!

Folge 21 Gewusst, wie - Mit dem Integrativen Basisverfahren!

Helga Leineweber von der Deutschen Sporthochschule Köln macht uns in dieser Folge das Integrative Basisverfahren schmackhaft. Helga berichtet, wie sie das Integrative Basisverfahren konkret angewendet hat, um die Professionalisierung von Lehrkäften für den inklusiven Sportunterricht zu untersuchen.

In einer vorgelagerten Inhaltsanalyse hat Helga in ihren qualitativen Interviews Krisen und Kristallisationspunkte ermittelt, die eine Professionalisierung der Lehrkräfte in Bezug auf Inklusion anstoßen. Aber erst mit dem angeschlossenen Integrativen Basisverfahren auf sprachlicher Ebene ist es ihr gelungen, herauszuarbeiten, wie sich die einzelnen Lehrkräfte zu diesen Krisen und Kristallisationspunkten, also den Inhalten, verhalten: Wie sie zum Beispiel ihre eigene Rolle und die der Schüler:innen verstehen, oder wie sie das Lehrer:innen-Schüler:innenverhältnis im besonderen Moment des inklusiven Sportunterrichts konstruieren.

Damit liefert Helga ein wichtiges Ergebnis für die Lehrer:innen(fort)bildung: Sie konnte Best Practices herausarbeiten, die nicht nur inhaltlich, sondern auch beim Rollenverständnis der Lehrkräfte ansetzen. In einer bald online gehenden Datenbank macht sie Best Practices der Lehrer:innen zu gelingendem inklusiven Sportunterricht für alle zugänglich - wir informieren euch hier, sobald ihr darauf zugreifen könnt!

Außerdem: Wenn ihr schon einmal den Begriffen pragmatische, syntaktische und semantische Analyse sowie Agentivierung und Positionierung begegnet seid, aber nicht genau wisst, was das ist und wie man sie verwendet: Helga klärt euch in dieser Folge sehr verständlich über die wesentlichen Analyseschritte im Integrativen Basisverfahren auf! 

Helga Leineweber könnt ihr über die Website der Deutschen Sporthochschule Köln kontaktieren. Einen Überblick über ihre Forschung könnt ihr auch auf researchgate bekommen.

Bisher hat Helga zu dem Thema dieser Podcastfolge die folgenden Paper veröffentlicht:

Leineweber, H. (2021): Das integrative Basisverfahren – Netz und doppelter Boden für rekonstruktive Analysen? Zeitschrift für sportpädagogische Forschung, 9(1), S. 27-42.

Leineweber, H. (2020): Inklusiver Sportunterricht - Anlass für Professionalisierungsprozesse von Lehrkräften? (Sportforum; Bd. 36). Aachen: Meyer & Meyer.


Folge 20 Bildanalyse ist Gesellschaftsanalyse!

Ich spreche mit Jeannine Wintzer von der Universität Bern über ihren Ansatz der Bildanalyse. Sie beschreibt uns anschaulich, wie Bilder dazu beitragen, das Selbsverständnis einer gesellschaftlichen Gruppe oder einer Nation zu festigen oder gar herzustellen.

Dazu nimmt Jeannine uns mit in ihre kritische Analyse von Wahlplakaten der rechtsgerichteten Schweizerischen Volkspartei (die Bilder, die sie analysiert hat, haben wir euch weiter unten verlinkt). Jeannine erklärt uns dabei Schritt für Schritt, welchen Analyseweg sie gegangen ist. Sie betont, dass die "Verlangsamung" (nach Jan Kruse) in der Bildanalyse für sie ein wichtiges Element ist, um ihre Analysen für uns alle nachvollziehbar zu machen.

Wenn ihr lernen wollt, wie die Bildanalyse funktioniert und auch, was wissenschaftstheoretisch dahintersteckt: Das ist eure Folge!

Jeannine Wintzer könnt ihr über die Website der Uni Bern kontaktieren. Außerdem ist sie Sprecherin des Arbeitskreises Qualitative Methoden in der Geographie und der raumsensiblen Sozial- und Kulturforschung. Schaut auf der Website vorbei, wenn ihr Teil der Qualitativen Methoden-Community werden wollt!

Jeannines Veröffentlichungen zur Bildanalyse:

Wintzer, J. (2021): Picturing the Enemies: Visuelle Praktiken der Emotionalisierung und Nachvollsehbarkeit in der politischen Kommunikation (im Druck). In: Kanter, H./ Brandmayr, M./ Köffler, N. (Hrsg.) Bilder, soziale Medien und das Politische. Transdisziplinäre Perspektiven auf visuelle Diskursprozesse. Bielefeld: transcript.

Wintzer, J. (2019): The Visualization of Migration. In: International journal of qualitative methods 18.


Wintzer, J. (2017): Geographie und Politische Bilder: Visualisierung von Angst. In: GeoAgenda, 2017 (4), S. 28-31.


Wintzer, J. (Hrsg.) (2016): Qualitative Methoden in der Sozialforschung. Forschungsbeispiele von Studierenden für Studierende. Berlin, Heidelberg: Springer Spektrum.

Wintzer, J. (2015): ...wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist ...die Nachvollsehbarkeit von Bevölkerung. In: Schlottmann, A./ Miggelbrink, J. (Hrsg.) Visuelle Geographien. Zur Produktion, Aneignung und Vermittlung von RaumBildern. Sozial- und Kulturgeographie (S. 103-119). Bielefeld: transcript.

Sie empfiehlt euch außerdem das folgende Buch zur Einführung in die Bildanalyse:

Netzwerk Bildphilosophie (Hrsg.) (2014): Bild und Methode. Theoretische Hintergründe und methodische Verfahren in der Bildwissenschaft. Köln: Herbert von Halem Verlag.

"Wurmplakat" der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), das Jeannine in ihrer Bildanalyse kritisch bearbeitet hat. Copyright: SVP.

"Masseneinwanderungsinitiative" 2014, Wahlplakat der SVP, das Jeannine kritisch untersucht hat. Copyright: SVP. 

Folge 19 Gedankenexperimente mit der kontrafaktischen Analyse (Kausalität II)

Johannes Nagel (Uni Bielefeld) war erneut zu Gast! In der vorherigen Folge zur Kausalität in der Geistes- und Sozialwissenschaft konnte er so viele spannende Methoden nur anschneiden - da gibt es also einiges nachzuholen! Ich habe deshalb Johannes gebeten, uns seine Forschungsgeschichte zu einer konkreten, besonders interessanten Methode zu erzählen: der kontrafaktischen Analyse.

Die kontrafaktische Analyse ist eine Art Gedankenexperiment auf Basis empirischer Daten. Man möchte erstmal meinen, dass Gedankenexperimente nur etwas für Philosoph:innen sind - weit gefehlt! Johannes erklärt, dass das Prinzip des Gedankenexperiments viel häufiger in unseren empirischen Analysen mitschwingt, als wir denken! Mit der kontrafaktischen Analyse können wir alternative Szenarien ausschließen. Diese Ausschlüsse führen dazu, empirische Ereignisse als tatsächlich ursächlich für ein historisches Phänomen annehmen zu können - wie genau, dazu mehr in dieser Folge!

Ihr merkt, dass die kontrafaktische Analyse dem Prinzip der Falsifizierung im kritischen Rationalismus folgt. Wenn ihr nochmal nachschauen wollt, was genau das ist, schaut in mein Video zur Wissenschaftstheorie rein. Johannes und ich werfen außerdem komplizierte Begriffe ein, die in der Wissenschaftstheorie und der kontrafaktischen Analyse wichtig sind: Die INUS-Bedingung, die notwendige und hinreichende Bedingung. Keine Sorge, wir erklären euch die Begriffe in dieser Folge - hier könnt ihr also mit uns über Grundbegriffe wissenschaftlicher Methodik nachdenken!

Über Johannes Nagel und seinen Forschungsbereich sowie Kontaktmöglichkeiten könnt ihr mehr auf der Website der Universität Bielefeld erfahren. Auf twitter unter @jnagel1899 könnt ihr seinen Tweets rund um die Wissenschaft folgen! 


Hier Johannes' Literaturempfehlungen, auf die wir auch im Podcast Bezug nehmen:

Albert, H. (1990): Methodologischer Individualismus und historische Analyse. In: Acham, K./Schulze, W.: Teil und Ganzes. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag.

Bowler, P. (2013): Darwin Deleted. Imagining a World Without Darwin. Chicago: University of Chicago Press.

Elster, J. (1983): Explaining Technical Change. A Case Study in the Philosophy of Science. Cambridge, New York, Oslo: Cambridge University Press.

Lorenz, C. (1997): Konstruktion der Vergangenheit. Eine Einführung in die Geschichtstheorie. Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag.

Fearon, J. (1991): Counterfactuals and Hypothesis Testing in Political Science. World Politics 43(2), S. 169–195.

Ricks, J./Liu, A. (2018): Process-Tracing Research Designs. A Practical Guide. Political Science & Politics 51(4), S. 842–846.

Stoltz, D. (2014): Diagrams of Theory: Coleman's Boat (16.09.2021). 

Weber, M. (1922) : Objektive Möglichkeit und adäquate Verursachung in der historischen Kausalbetrachtung. In: Weber, M: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen: Mohr-Verlag. 

Folge 18 Was bedeutet Kausalität in der Sozial- und Geisteswissenschaft? Methodische Annäherung mit der historischen Kausalanalyse

In dieser Folge machen wir einen Ausflug in die Grenzbereiche zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften: Johannes Nagel, Geschichtswissenschaftler an der Universität Bielefeld, erklärt uns, dass die Methoden von Historiker:innen gar nicht so anders funktionieren als jene der Sozialwissenschaft. Am Beispiel seiner Forschung zur Militärgeschichte der USA während der globalen Transformation 1865-1905 erläutert uns Johannes den methodischen Ansatz, für den er sich stark macht: die historische Kausalanalyse. Manche von euch fragen sich jetzt vielleicht:

"Sind gesellschaftliche Phänomene für die Identifikation kausaler Ursachen nicht viel zu komplex?" (siehe Folge 10 zur fokussierten Ethnographie)

Diese Frage besprechen Johannes und ich deshalb für euch in dieser Folge - und merken, dass der Kausalitätsbegriff in den Sozial- und Geisteswissenschaften andere Voraussetzungen hat als in den Naturwissenschaften. Bei Johannes' Ausführungen wird schnell klar: Wir können insbesondere durch interdisziplinäre Betrachtungen sehr viel über das Wesen der Kausalität lernen! 

Über Johannes Nagel und seinen Forschungsbereich sowie Kontaktmöglichkeiten könnt ihr mehr auf der Website der Universität Bielefeld erfahren. Auf twitter unter @jnagel1899 könnt ihr seinen Tweets rund um die Wissenschaft folgen!


Seid gespannt auf Johannes' Dissertation: Er wird einen besonderen Fokus auf seine Methodendiskussion legen! Bis dahin hat er Literaturtipps für euch, die euch in der Methodenfrage beraten können:

Lorenz, C. (1997): Konstruktion der Vergangenheit. Eine Einführung in die Geschichtstheorie. Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag.

Haussmann, T. (1991): Erklären und Verstehen. Zur Theorie und Pragmatik in der Geschichtswissenschaft. Berlin: Suhrkamp.
 

Weber, M. (1922) : Objektive Möglichkeit und adäquate Verursachung in der historischen Kausalbetrachtung. In: Weber, M: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen: Mohr-Verlag. 


Weber, M. (1922): Zur Objektivität sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis. In: Weber, M: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen: Mohr-Verlag.
 

Folge 17 Wie entstehen Musik-Genres? Die Netzwerkanalyse zeigt es euch!

Benjamin Klement, Wirtschaftsgeograph am Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie (IMW), erzählt uns in dieser Folge, was eine Netzwerkanalyse so kann: Er erklärt uns, wie er mit der Netzwerkanalyse herausgearbeitet hat, nach welchen Mustern Musik-Genres aus "Eltern-Genres" in verschiedenen Städten der Welt entstehen. Zentralitätsmaße, relatedness, betweenness und closeness sind danach keine Fremdwörter mehr für euch!

Wir diskutieren dabei auch, welche Rolle das Vorwissen von quantitativ Forschenden bei der Dateninterpretation spielt. Ihr merkt schnell, dass Benjamin auch ein richtiger Musik-Experte ist und dass er dieses Wissen gezielt eingesetzt hat.

Benjamin Klement könnt ihr über die Website des IMW erreichen. Auf researchgate könnt ihr Einblick in seine bisherige Forschung nehmen. Benjamin ist außerdem in der Wissenschaftskommunikation aktiv: Folgt ihm auf twitter unter @innogeo!

Seine Publikationen zum Thema könnt ihr hier nachlesen:

Klement, B./ Strambach, S. (2019): Innovation in Creative Industries: Does (Related) Variety Matter for the Creativity of Urban Music Scenes? In: Economic Geography 95(4), S. 385-417.


Klement, B./ Strambach, S. (2019): How do new music genres emerge? Diversification processes in symbolic knowledge bases. In: Regional Studies 53(10), S. 1447-1458.
 

Folge 16 Ökonomie und Kultur: Wie kann quantitative Forschung den Einfluss von Kultur fassen?

Die beiden Ökonominnen Luise Goerges von der Universität Lüneburg und Eva Markowsky von der Universität Hamburg erzählen in dieser Folge, wie sie den Einfluss von Kultur auf die Arbeitsaufnahme von Frauen im deutschen Arbeitsmarkt mit quantitativen Methoden erforschen.

Besonders spanned dabei: Sie erzählen, wie sie mit ihren Daten eine etablierte Theorie hinterfragen, die Forschungsmethode anpassen und die Theorie verfeinern.

Eva und Luise sind auch in der Wissenschaftskommunikation aktiv: In ihrem Podcast Herzkopfen bereiten sie für euch aktuelle sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse so auf, dass ihr sie einfach verstehen könnt. Gute Ergänzung zu diesem Podcast über Methoden, oder? Folgt Ihnen auf twitter unter @herzkopft und Instagram!

Wenn ihr Luise kontaktieren wollt, oder einen Überblick über ihre Forschung bekommen wollt, besucht ihre Website und folgt ihr auf twitter unter @luise_goerges. Eva erreicht ihr auf der Website der Uni Hamburg und ebenso auf twitter unter @emarkowsky.

Außer der Reihe: Was ist Raum? Und was Geograph:innen so tun (Herzkopfen)

Heute stelle mal nicht ich die Fragen, sondern die Ökonominnen Eva Markowsky und Luise Goerges! Ich war zu Gast in ihrem Podcast Herzkopfen! In diesem Podcast besprechen die beiden Forscherinnen neueste sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse so, dass jede:r sie verstehen kann. Zudem ordnen sie für euch in den aktuellen Kontext ein. Reinhören lohnt!

In der Folge "Was ist Raum?" könnt ihr erfahren, was Geographinnen und Geographen (Nein, nicht das mit den Steinen ;) in der Wissenschaft so tun! Außerdem plaudere ich aus dem akademischen Nähkästchen, wie ich da angekommen bin, wo ich zur Zeit bin - ihr könnt mich also bisschen kennenlernen. 

Freut euch auf die nächsten Folgen im Methoden:Koffer und im Herzkopfen, es wird noch ein Crossover geben!

Folge 15 Qualitative Metastudien, oder: Wie identifiziere ich eine Forschungslücke?

In der quantitativen Forschung wohl bekannt, in der qualitativen Forschung nicht ganz so üblich: Der Erziehungswissenschaftler Kai Wortmann von der Universität Tübingen erzählt uns im Methoden:Koffer Nummer 15, welche Bedeutung qualitative Metastudien für das Wissenschaftssystem haben.

Deutlich wird: Qualitative Metastudien sind eine Ressourcenfrage - der Menge an Daten geschuldet, die wir mittlerweile in der Forschung produzieren. Kai Wortmann und ich diskutieren, wann und in welchem Zusammenhang qualitative Metastudien besonders sinnvoll sind und wann sie gegebenenfalls die vorhandenen Ressourcen übersteigen.

Was uns auch umtreibt: Welchen Stellenwert haben Vergleiche in der qualitativen Forschung, die davon ausgeht, multiple Perspektiven zu rekonstruieren?

Kai Wortmann könnt ihr über die Website der Uni Tübingen kontaktieren. Dort könnt ihr auch einen Überblick über seine aktuelle Forschung bekommen. Außerdem findet ihr Kai auf LinkedIn.

Hier noch einige Literaturhinweise von Kai zum Thema qualitative Metastudien:

Gough, D./ Oliver, S./ Thomas, J. (2017): An Introduction to Systematic Reviews. Thousand Oaks: Sage Publications Ltd. 2. Auflage.

Hart, C. (1998): Doing a Literature Review. Thousand Oaks: Sage Publications Ltd. 

Folge 14 Forschungsethik - Welche Verantwortung tragen wir beim Forschen?

Zusammen mit Leonie Tuitjer der Leibniz Universität Hannover gehe ich in dieser Folge der Frage nach, was Forschungsethik in den Sozialwissenschaften ist. Leonie kann auf eine intensive Feldforschung mit marginalisierten Gruppen zum Thema städtischer Klimamigration in Bangkok zurückblicken. Anhand dieser Erfahrungen erklärt sie uns, welchen ethischen Herausforderungen Sozialwissenschaftler:innen im Feld begegnen können und wie und warum man mit ihnen verantwortungsvoll umgehen muss.

Da Leonie Tuitjer ihre Dissertation an der englischen Universität Durham verfasst hat, kann sie uns auch erklären, welche Unterschiede es im Umgang mit Forschungsethik seitens der Wissenschaftslandschaften Deutschland - Großbritannien gibt.

Kontaktieren könnt ihr Leonie Tuitjer über ihr Profil bei der Leibniz Universität Hannover.

Über ihre Forschung könnt ihr in den folgenden Publikationen nachlesen:

Tuitjer, L./ Batréau, Q. (2019): Urban refugees in a ‘non-Convention’ city Assembling agency in Bangkok, Thailand. In: City, 23(1), S. 1-16.

Tuitjer, L. (2020): Meeting power with ethics? Exploring the multiple dimensions of positionality within a postcolonial setting. In: Sentio Journal -an interdisciplinary social science journal. Volume 2: Theory and Practice in Research Ethics.

Tuitjer, L. (2019): Forschen im Globalen Süden: Forschungsethik als transformative Kraft? In: Abassiharofteh, M./ Baier, J./ Göb, A./ Thimm, I./ Eberth, A./ Knaps, F./ Larjosto, V./ Zebner, F. (Hrsg.) “Räumliche Transformation: Prozesse, Konzepte, Forschungsdesigns”, Forschungsberichte der ARL, 10, S. 117-129. 

Folge 13 Arbeiten im Sicherheitslabor, und: Wie man Corona auf den Pelz rückt

In dieser Folge können wir Sozialwissenschaftler:innen mal über unseren Tellerrand schauen! Von meiner Schwester Ruth lassen wir uns erzählen, wie es ist, im Sicherheitslabor zu arbeiten. Ruth Heindl ist Virologin an der Universität Marburg, eine von nur vier Einrichtungen in Deutschland, die über ein Hochsicherheitslabor der Stufe 4 verfügen.

Kleiner Input zur Funktionsweise des Corona-Virus gefällig? Kriegt ihr auch in dieser Folge! Ruth erklärt uns anhand ihrer Forschung im Sicherheitslabor der Stufe 3 sehr anschaulich, wie sich das Corona-Virus seinen Weg in die Wirtszelle bahnt und sich somit im Körper überhaupt erst vermehren kann.

Ruth Heindl könnt ihr über die Website der Uni Marburg oder bei LinkedIn kontaktieren.

Folge 12 Grounded Theory & Dokumentarische Methode - Wo liegt der Unterschied?

Diese Folge hat es in sich: Mit Marvin Giehl von der TU Dortmund spreche ich über zwei Forschungsmethoden, die Gründe für seine Entscheidung für die eine, sowie Präkonzepte von Forschenden und Reflexivität im Forschungsprozess!

Anhand seiner Erfoschung von Biographien, die zu Vegetarismus und Veganismus führen, erklärt euch Marvin den Unterschied zwischen den beiden großen Analysemethoden, der Grounded Theory und der Dokumentarischen Methode. Dabei widmen wir uns dann auch zwei sehr wichtigen Grundsätzen der Sozialforschung: den Präkonzepten, die wir auf Grund unserer eigenen Biographie von Forschungsgegenständen haben; und die Reflexion, die maßgeblich ist, um unsere Präkonzepte und Ergebnisse transparent zu machen!

Warum das alles nötig ist? Hört rein, wenn Marvin euch ganz einfach und anschaulich erklärt, was Grounded Theory und Dokumentarische Methode unterscheidet, und warum im Forschungsprozess ständig über die eigene Rolle reflektiert werden sollte!

Marvin Giehls Kontaktdaten findet ihr auf seinem Profil der TU Dortmund, oder kontaktiert ihn doch via LinkedIn oder XING!

Marvins Publikationen zum Thema Vegetarianismus und Veganismus:

Giehl, M. (2018): Der Speziesismus aus bildungsphilosophischer Perspektive. Bochum: Projekt Verlag.

Giehl, M. (2020): Ringen mit dem Gewissen – bildungstheoretische Überlegungen zu Haltungen, Handlungen und Hürden einer Vegetarierin. In: Zeitschrift für Kritische Tierstudien. Band 3/2020. S.145-165. Uchte: Animot Verlag. 

Folge 11 Psychologie und Sozialwissenschaften - Wie geht das zusammen?

Teil II der Reihe "Wie geht das zusammen?"! Psychologie und Sozialwissenschaften haben eigentlich dasselbe Ziel: Das Handeln von Menschen zu ergründen und zu erklären. Warum gibt es dann zwei unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen? Die Umweltpsychologin und Sozialwissenschaftlerin Lydia Heilen von der Leibniz Universität Hannover geht mit mir der Frage nach, was Psychologie und Sozialwissenschaften trennt - aber auch: wo die Grenzen verschwimmen.

Wir resümieren: Die Psychologie interessiert sich insbesondere für die Vorhersagbarkeit des Handelns einzelner Individuen. Das hat sie mit der quantitativen Sozialforschung gemein. Die konstruktivistische, qualitative Sozialwissenschaft hingegen beschäftigt sich damit, wie Menschen kollektiv gesellschaftliche Phänomene hervorbringen und was diese für das Selbstverständnis einzelner Menschen bedeuten.

Da wir viel über die Sustainable Development Goals der UN gesprochen haben, hier nochmal der Link zur UN-Website für euch zum Nachlesen.

Lydia Heilen könnt ihr über ihr Profil bei der Leibniz Universität Hannover kontaktieren. Übersicht über ihre Forschung könnt ihr bei researchgate bekommen. Lydia ist außerdem wie ihr Kollege Andreas Eberth ebenfalls bei Facebook für die Geodidaktik aktiv!

Folge 10 Fokussierte Ethnographie in der KiTa: Wie funktioniert Forschung mit kleinen Kindern?

Der Erziehungswissenschaftler Alexander Stärck vom Deutschen Jugendinstitut erzählt uns in dieser Folge, was bei der Forschung mit kleinen Kindern so alles anders ist. Er hat in Kindertagesstätten mittels fokussierter Ethnographie und Gruppendiskussionen mit kleinen Kindern erforscht, wie KiTa-Programme gegen Vorurteile und Diskriminierung wirken. Dabei besprechen wir auch, warum es in der Sozialforschung kein direktes Ursache-Wirkungs-Prinzip geben kann. In der Folge bekommt ihr von Alexander außerdem wertvolle Tipps, was beim Forschen mit, aber auch beim Feldzugang zu kleinen Kindern anders und besonders wichtig ist!

Alexander Stärck könnt ihr über seine Profilseite beim Deutschen Jugendinstitut kontaktieren. Einen Überblick über seine Forschung erhaltet ihr auf researchgate.

Zum Thema hat Alexander veröffentlicht:

Stärck, A. (2019): Ist das Hautfarbe? Elementarpädagogische Präventionsmaßnahmen gegen Vorurteile und Diskriminierung bei Kindern. Opladen: Barbara Budrich.


Schneider, R. / Stärck, A. / Dean, I. (i. Ersch.): Differenzen im Feld – Das Reifizierungsdilemma in drei empirischen Forschungsprojekten zur Herstellung von Differenz und/oder Diskriminierung. In: Gabriel, S. et al. (Hrsg.): Soziale Differenz und Reifizierung – Theoretische Zugänge und forschungspraktische Bearbeitung. Wiesbaden: Springer VS.

Folge 9 Gaming in der Wissenschaft: Lego Serious Play (R) als Forschungsmethode

Die Pädagogin für Erwachsenenbildung Marina Rieckhoff von der Leibniz Universität Hannover erzählt euch in dieser Folge etwas über Gamification wissenschaftlicher Erhebungsmethoden! Marina packt für euch ihre Erfahrung mit Lego Serious Play (R) aus und erklärt euch, wie das Ganze funktioniert. Außerdem: Sie berichtet, wie sie die Sequenzanalyse nutzt, um videographierte Spielsituationen auf die Frage hin zu analysieren, wie Spiele Kreativität bei der Problemlösung fördern können.

Unser Fazit: Innovative Methoden können tolle, neue Daten produzieren, aber auch sie müssen dem Erkenntnisziel dienlich sein!

Marina Rieckhoff könnt ihr über das Profil ihres Instituts erreichen. Kontaktiert sie gerne, wenn ihr mehr über ihre Forschung mit Lego Serious Play erfahren möchtet! Marina ist auch mit ihren Kolleginnen auf Instagram für die Bildungswissenschaften unterwegs. Wenn ihr mehr über den Masterstudiengang Bildungswissenschaften, in dem mit Lego Serious Play (R) gespielt wird, wissen wollt, checkt diese Website aus! 

Folge 8 Indikatoren - Indizien für die Wirklichkeit?

Mit Louis Knüpling von der Leibniz Universität Hannover spreche ich in dieser Folge über Indikatoren als Grundsteine quantitativer Sozialforschung. Louis forscht an der Entwicklung neuer Indikatoren für die Messung innovativer Wirtschaftsräume und ist damit der ideale Gesprächspartner, um zu reflektieren, was Indikatoren überhaupt über Realität und Wirklichkeit aussagen können - und auch: was ist überhaupt eine sozialwissenschaftliche Vorhersage?

Einen Überblick über Louis Knüplings Forschung findet ihr auf seinem researchgate-Profil. Louis ist auch auf Twitter aktiv - ihr könnt ihm unter @KnuplingLouis folgen. Wenn ihr ihn kontaktieren wollt, schaut auf seinem Profil der Leibniz Uni Hannover vorbei!

Seine Publikationen zum Thema Technologieklassen und Indikatoren findet ihr hier (mehr sind auf dem Weg!):

Broekel, T./ Knuepling, L./ Stenke, G. (2020): Zukunftsfähigkeit des Technologieprofils Deutschlands – Im Spiegel staatlicher Fördermaßnahmen. Policy Paper 04; Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.

Ein weitere, sehr spannende Forschungsarbeit hat Louis zur Frage verfasst, ob Länder erfolgreichere Sportler:innen hervorbringen, wenn die Sportarten miteinander verwandt sind:

Knuepling, L./ Broekel, T. (2020): Does relatedness drive the diversification of countries’ success in sports? In: European Sport Management Quarterly.

Folge 7 Qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz, und: Man muss das Rad nicht immer neu erfinden!

Die Pädagogin für Geographie und Germanistik, Katja Siepmann, bringt euch in dieser Folge die Qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz näher und gibt euch wertvolle Tipps für euren qualitativen Forschungsprozess! Wir sprechen auch darüber, wie sich die Qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz von der eher bekannten Mayring'schen unterscheidet. Außerdem hält Katja im Rahmen dieses Podcasts die Fahne dafür hoch, dass Methoden nicht in jedem Projekt weiterentwickelt werden müssen; auch bestehende Verfahren lassen sich, wie man an ihrer Dissertation sieht, für sehr gute Ergebnisse nach Lehrbuch anwenden. Puh - Druck raus?

Siepmann, K. (2019): Perspektivenvielfalt im Literaturunterricht. Theoretische und qualitativ-empirische Untersuchungen zu einem didaktischen Prinzip. Berlin: Peter Lang.

Folge 6 Analyse im Team? Geht! Die Dokumentarische Analyse von Unterrichts-Videographien

Die Sportwissenschaftler Benjamin Zander (Uni Göttingen) und Daniel Schiller (Uni Osnabrück) erklären uns, wie sie nach Dokumentarischer Methode Videographien von Sport-Unterricht analysieren. Benjamin und Daniel rekapitulieren für euch, was die Dokumentarische Methode ausmacht und warum sie eine besondere Stärke für die Analyse von Videos und Bildmaterial hat. Außerdem: Dass die Analyse im Team außer Freundschaft auch viele fachliche Vorteile birgt!

Einen Überblick über Benjamin Zanders Forschung könnt ihr euch auf seinem researchgate-Profil und dem der Universität Göttingen verschaffen. Daniel Schiller findet ihr auf den Seiten der Universität Osnabrück. Außerdem engagieren sich Daniel und Benjamin im Netzwerk Qualitative Forschung in der Sportwissenschaft, schaut doch mal vorbei!

Wenn ihr euch nochmal das Lernvideo zu Wissenschaftstheorien anschauen wollt, von dem wir im Podcast gesprochen haben, besucht unseren Methoden:Koffer-Youtube-Kanal!

Benjamin Zanders und Daniel Schillers Forschung mit Dokumentarischer Analyse von Unterrichts-Videographien könnt ihr hier nachlesen:

Schiller, D.,/ Rode, D./ Zander, B./ Wolff, D. (2021): Orientierungen und Praktiken sportunterrichtlicher Differenzkonstruktionen. Perspektiven praxistheoretischer Unterrichtsforschung im formal inklusiven Grundschulsport. In: Zeitschrift für Grundschulforschung, 14 (1), S. 67-81.

Zander, B./ Thiele, J. (Hrsg.) (2020): Jugendliche im Spannungsfeld von Schule und Lebenswelt. Rekonstruktion sportiver Erfahrungsräume in synchroner und diachroner Perspektive (Buchreihe Sport – Gesellschaft – Kultur). Wiesbaden: Springer VS. 

 

Daniels Dissertation findet ihr unter folgendem Titel:

Schiller, D. (2020): Handlungs‐ und wahrnehmungsleitende Orientierungen im Hinblick auf Schülerinnen und Schüler im Sportunterricht – Rekonstruktion von praktischem Wissen der Sportlehrkräfte. Aachen: Meyer & Meyer.

Folge 5 Von Gruppendiskussionen und Lernkurven

Frank Meyer von der TU Dresden teilt mit uns in dieser Folge einen großen Erfahrungsschatz! Er erzählt am Beispiel seiner Forschung mit Jugendlichen im Altenburger Land, wie Gruppendiskussionen sehr gut auch emotionale statt lediglich rationale Begründungen für die Abwanderung aus ländlichen Regionen thematisieren können. Freut euch auf eine Stunde wertvoller Tipps für Gruppendiskussionen, mit Frank Meyer!

Frank könnt ihr auf seiner Instituts-Website kontaktieren. Auf researchgate könnt ihr Einblick in seine Forschungsarbeiten nehmen. Seine Publikationen zu den Gruppendiskussionen im Altenburger Land verlinken wir euch hier:

Meyer, F. / Beurskens, K./ Miggelbrink, J. (2019): Looping Effects and Empirical Fieldwork: Tackling the Complexity of Adolescents’ Migratory Aspirations in Rural Eastern Germany through Focus Groups and Interviews. In: SAGE Research Methods Cases Part 2.

Meyer, F./ Miggelbrink, J./ Beurskens, K.(2018) (Hrsg.): Ins Feld und zurück – Praktische Probleme qualitativer Forschung in der Sozialgeographie. Berlin.


Meyer, F. (2017): Navigating aspirations and expectations: adolescents’ considerations of outmigration from rural eastern Germany. In: Journal for Ethnic and Migration Studies, 44(6), S. 1032‐1049.

Meyer, F./ Miggelbrink, J./ Schwarzenberg, T. (2017): Zur Komplexität jugendlicher Migrationsentscheidungen in schrumpfenden Regionen : eine qualitative Untersuchung der Zukunftsorientierungen von Schüler/innen am Beispiel des Altenburger Landes (= Forum IfL 33). Leipzig.

Meyer, F./ Miggelbrink, J./ Schwarzenberg, T.(2016): Reflecting on the Margins: Socio-spatial Stigmatisation among Adolescents in a Peripheralised Region. In: Comparative Population Studies, 41(3-4), S. 285-320. 

Folge 4 Survival-Analyse und was ein Personalausweis damit zu tun hat

In dieser Folge plaudert Sebastian Losacker von der Leibniz Universität Hannover aus dem Nähkästchen und berichtet uns von seinen Erfahrungen mit der Survival-Analyse. Er erzählt uns nicht nur von der konkreten Anwendung, sondern auch, dass man für die Datenbeschaffung manchmal kreativ werden muss!

Ihr könnt Sebastian Losacker über seine Instituts-Website kontaktieren. Auf researchgate und Google Scholar könnt ihr einen Überblick über seine Forschungsarbeiten gewinnen. Sebastian ist außerdem auf Twitter aktiv und teilt dort seine Gedanken und Neuigkeiten zur Nachhaltigkeitsforschung und zur Wirtschaftsgeographie. Folgt ihm unter S_Losacker!

Hier seine Veröffentlichungen, über die wir im Podcast gesprochen haben:

Losacker, S./ Liefner, I. (2020): Regional lead markets for environmental innovation. In: Environmental Innovation and Societal Transitions 37, S.120-139

Losacker, S. (2020): The geography of green technology licensing in China. In: Regional Geographic, S. 387-389.

Folge 3 Reflexive Fotografie: Wie Forschungsteilnehmer:innen den Untersuchungsgegenstand (mit-)bestimmen

Mit Andreas Eberth von der Leibniz Universität Hannover fangen die Forschungsgeschichten richtig an! Er erzählt uns, wie und vor allem, warum er die Methode der reflexiven Fotografie in seiner Forschung in Nairobi angewendet hat. Freut euch auf einen spannenden Methoden:Koffer-Talk über die reflexive Fotografie und die Rolle der Forschenden im Forschungsprozess! 


Kontaktieren könnt ihr Andreas Eberth auf der Seite seines Instituts; wenn ihr mehr über seine Forschung erfahren wollt, besucht auch seine researchgate- Seite und lest seine Dissertation, zugänglich beim transcript-Verlag. Andreas ist außerdem für die Geographie-Didaktik auf Facebook aktiv!

Seine Veröffentlichungen zum Thema reflexive Fotografie:

Eberth, A./ Röll, V. (2021): Reflexive Fotografie und Partizipation. Abbau von Hierarchien in raumbezogener Forschung. In: Kogler, R./Wintzer, J. (Hrsg.): Raum und Bild. Strategien visueller raumbezogener Forschung. Berlin, Heidelberg, S. 19-29.

Eberth, A. (2019): Alltagskulturen in den Slums von Nairobi. Eine geographiedidaktische Studie zum kritisch-reflexiven Umgang mit Raumbildern. (Sozial- und Kulturgeographie 30). Bielefeld.


Eberth, A. (2018): Raumwahrnehmungen reflektieren und visualisieren. Erforschung sozialer Räume mittels reflexiver Fotografie. In: Wintzer, J. (Hrsg.): Sozialraum erforschen. Qualitative Methoden in der Geographie. Berlin, Heidelberg, S. 279-295.

Eberth, A. (2018): Reflexive Geographien. Zum Potenzial reflexiver Fotografie in exkursionsdidaktischen Kontexten. In: Dickel, M./Kessler, L./Pettig, F./Reinhardt, F. (Hrsg.): Grenzen markieren und überschreiten. Positionsbestimmungen im weiten Feld der geographiedidaktischen Forschung. Tagungsband zum HGD-Symposium 2017 in Jena. (Geographiedidaktische Forschungen 69). Münster, S. 199-209.

Eberth, A. (2017): Alltagskulturen von Jugendlichen in den Slums von Nairobi. Visualisierung von Raumkonstruktionen mittels reflexiver Fotografie. In: Geographische Rundschau 10, S. 44-48.

Folge 2 Qualitative und quantitative Sozialforschung - Wie geht das zusammen?

In der zweiten Folge spreche ich mit Anne Otto vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden. Dabei besprechen wir am Beispiel eigener Forschungsprojekte die unterschiedlichen Grundannahmen, die hinter den dem qualitativen und dem quanitativen Paradigma stecken - und kommen darauf, dass sich die beiden Forschungsstile gegenseitig super ergänzen können!

Anne Otto könnt ihr über die Website des IAB hier kontaktieren!

Den Bericht "BuWin 2021" zum wissenschaftlichen Nachwus, an dem Anne und ihr Team mitgearbeitet haben, findet ihr hier.

Die Studie "Die Ausbildungsverlierer? Fallstudien zu Entkopplungsprozessen von Jugendlichen beim Übergang in das Erwerbsleben" an der Anne Otto mitgewirkt hat, findet ihr hier. Eine methodische Diskussion zu diesem Projekt wurde außerdem hier veröffentlicht:

Fuchs, P./ Gellermann, J. F. C./ Kutzner, S. (2018): Connecting with the Disconnected. Zur Bewältigung forschungspraktischer Herausforderungen in qualitativen Untersuchungen zu Menschen in prekären Lebenslagen. In: Sozialer Sinn 19(1), S. 105-142.

Meine Forschung zum Expert:innendiskurs über regionale Innovationssysteme in China könnt ihr im Repositorium der Leibniz Uni Hannover hier online nachlesen, oder kompakter zusammengefasst im Artikel:

Heindl, A.-B. (2021): Does Innovation Capacity Building Help Regional Development? 
Policy Expert Narrations on Development in China's "West". In: Journal of Current Chinese Affairs.

Folge 1 Naturwissenschaften vs. Sozialwissenschaften, oder: Was ist eigentlich Theorie?

Den Podcast Methoden:Koffer eröffne ich zusammen mit meinem Bruder Andi. Andi Heindl ist Chemiker und daher ein idealer Gesprächspartner, um mit mir als Sozialwissenschaftlerin mal auszuloten, was eigentlich die Unterschiede zwischen Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften sind. Wir resümieren: Die Realität der Naturwissenschaften ist anders strukturiert als diejenige, die die Sozialwissenschaften untersucht. Ihr wollt wissen, was das heißt? Hört in die Folge rein!

Wenn ihr euch zusätzlich zu unserem Talk tiefergehend informieren wollt, von welchen Realitäten wir da reden, schaut euch zusätzlich unser Lernvideo an: Wissenschaftstheorie mit Graphiken einfach erklärt!

Kontaktieren könnt ihr Andreas Heindl auf LinkedIn!

Folge 0 Nullnummer 

In dieser Folge erzähle ich euch, was mich dazu bewegt hat, den Podcast Methoden:Koffer für euch zu starten. Hier erfahrt ihr auch, was ich in der nächsten Zeit im Podcast vorhabe - hört mal rein!

Lernvideo

Das Lernvideo zum Thema "Was ist Wissenschaftstheorie? Mit Graphiken einfach erklärt!" findet ihr hier auf dem Methoden:Koffer-Youtube-Kanal!

Ideal für alle, die sich noch einmal kurz mit uns erinnern wollen, was Wissenschaftstheorien sind und warum sie so wichtig für die sozialwissenschaftliche Forschung sind!